Anerkennungspreis - Zwiebelturm des Salzburger Sacellum - Gehmacher Holzbau GmbH & Dachdeckerei & Spenglerei Christoph Pilotto GmbH
Salzburger Handwerkspreis 2026
Gehmacher Holzbau GmbH
Gewerbestraße 22
A-5082 Grödig
und
Dachdeckerei & Spenglerei Christoph Pilotto GmbH
Gasteiner Straße 81
A-5500 Bischofshofen
Projektbeschreibung: Die Rückkehr des historischen Zwiebelturms des Salzburger Sacellum
Gehmacher Holzbau GmbH, Grödig
Dachdeckerei & Spenglerei Christoph Pilotto GmbH, Bischofshofen
Mit der originalgetreuen Rekonstruktion des historischen Zwiebelturms des Salzburger Sacellum entstand in enger Zusammenarbeit zweier Salzburger Handwerksbetriebe ein außergewöhnliches Projekt, das Denkmalpflege, traditionelle Handwerkskunst und moderne Technik verbindet.
Ursprünglich war lediglich die Sanierung der Blecheindeckung vorgesehen. Nach dem Öffnen der Verschalung zeigte sich jedoch ein massiver Schädlingsbefall, der die Tragfähigkeit der historischen Holzkonstruktion stark beeinträchtigt hatte. Historische Recherchen belegten zudem, dass der Turm ursprünglich als Zwiebelturm ausgeführt war. In Abstimmung mit der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und dem Bundesdenkmalamt fiel daher die Entscheidung, die historische Form vollständig zu rekonstruieren.
Die Gehmacher Holzbau GmbH aus Grödig übernahm die anspruchsvolle Rekonstruktion der Holzkonstruktion. Nach einer digitalen Bestandserfassung mittels 3D-Scan wurde der bestehende Turm abgetragen. Historische Bauteile aus der Zeit um 1618 wurden thermisch gegen Schädlingsbefall behandelt und soweit möglich wiederverwendet. In der Werkstatt entstand anschließend die neue Zwiebelform aus Fichtenholz. Zusätzlich mussten die geschwächten Auflagerpunkte im Dachraum statisch verstärkt werden.
Der 601 Kilogramm schwere hölzerne Turmkörper wurde anschließend zur Dachdeckerei & Spenglerei Christoph Pilotto GmbH nach Bischofshofen transportiert. Dort erfolgte über zwei Monate die aufwendige Eindeckung mit Kupfer. Aufgrund der komplexen Geometrie mit starken Rundungen und wechselnden Radien musste jede Kupferschar individuell angepasst und spannungsfrei sowie wind- und regensicher gefalzt werden. Ein unsichtbares innenliegendes Entwässerungssystem schützt zusätzlich die offene Tragstruktur.
Nach Abschluss der Arbeiten wog der 2,43 Meter breite und 6,20 Meter hohe Zwiebelturm rund zwei Tonnen. Vor der Montage wurde eine Zeitkapsel am Turm angebracht. Anschließend erfolgte der spektakuläre Einhub per Autokran über die Dächer der Salzburger Altstadt. Den Abschluss bildete die Montage der restaurierten und vergoldeten Turmspitze.
Das Ergebnis ist ein eindrucksvolles Beispiel für das Zusammenspiel von Zimmerer- und Holzbaukunst, Spenglerhandwerk und Denkmalpflege: Historische Substanz wurde bewahrt, traditionelle Techniken wurden mit moderner Planung und Statik verbunden und ein prägendes Element der historischen Salzburger Stadtsilhouette wiederhergestellt.
- Aufrufe: 25
