2006_gautsch3Gautsch Martin Wölting 55 5572 St. Andrä im Lungau    Restaurierung eines Getreidekastens Mit der Restaurierung des Getreidekastens der Fam. Dipl.Ing. Rupert Schitter, Zechnergut in Mariapfarr-Zankwarn, wurde Malermeister Martin Gautsch beauftragt. Seit Jahrhunderten lassen sich die Getreidespeicher – im Lungau „Troadkasten“ genannt – nachweisen. Die anfänglichen Holzblockkästen wurden ab

Mitte des 17. Jahnnunderts von den mit Natursteinen gemauerten Kästen abgelöst. Im Lungau sind noch ca. 300 Getreidekästen vorhanden. Der Troadkasten der Familie Schitter ist ein 3-geschossiger Mauerbau von 1742 mit reicher Fassadenbemalung. Der farbenfrohe Fassadenschmuck besteht aus Eckquadern, laufender Hund, Fenster- und Türrahmungen, Blumensträußen, Rossetten sowie dem Kreis-Sonnen-Symbol – die Sonne als bestimmende Kraft für Wachstum und Leben. An der Nord- und Südseite zieren insgesamt 6 christliche Bildnisse den Troadkasten. In enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt wurde die Fassadenrenovierung nach alten Vorbildern und Mustern vorgenommen. Eine vom Bundesdenkmalamt vorliegende Befundung sowie Maßnahmenvariante dienten als Basis für die praktische Umsetzung. An Material wurden Kalk-Mörtel, Löschkalk und Farbpigmente eingesetzt, es wurden die Farben des Originalputzes von 1742 – Goldocker, Oxydrot, Malachit-Grün und Smalte-Blau – verwendet. Die gesamte Fassade wurde mit dem Hochdruckreiniger gereinigt. Dann folgte die Abnahme der Ornamente auf Papier. Überputzungen am Original Kalkputzmörtel wurden schonend abgenommen und eine Putzanböschung zur Sicherung des Originalputzes durchgeführt. Nach dem Öffnen der Risse und Fugen wurden die Ausbrüche geschlossen und mit Kalk-Mörtel geglättet. Nach diversen weiteren Arbeitsschritten wurde die restliche Originalbemalung gefestigt und fixiert sowie die Nullfläche fünfmal in gebrochenem Weiß gekalkt. Zum Schluss erfolgte die idente Angleichung der Farbgebung der Ornamente an das Original sowie das Nachsintern zur Demonstration der Farbbrillanz.

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